Terrorverdacht in Linie 16

Veröffentlicht: 9. Mai 2011 in Bahn und Wahn
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Gestern in der Linie 16 Richtung Bonn. In Sürth meldet ein besorgter Fahrgast dem Fahrer, im hinteren Wagenteil stehe ein Koffer, den er keinem Fahrgast zuordnen konnte. Also quasi ein herrenloses Gepäckstück. Wer weiss, ob es nicht tickt? Ticken Kofferbomben im Digitalzeitalter überhaupt noch? Zündet Alk-Haider nicht elektronisch, z.B. per SMS? Fragen über Fragen, die da entstanden sein könnten. Besser also nach vorne gehen und den Fahrer informieren.

So tat es dann auch der Fahrgast und sorgte für 2-3 Minuten Verspätung, die „begeisterte“ Autofahrer außerdem an den Schranken zwischen Sürth und Godorf zusätzlich warten mussten.

Der Fahrer geht also nach hinten, sieht den Koffer im Bereich der vierten Tür und fragt laut und deutlich: „Wem gehört denn dieser Koffer?“ Worauf ein Mann im Sitzabteil davor sagt: „Der is mir“. Der hat gar nicht geahnt, was er für Terrorängste bei seinen Mitmenschen auslöst, nur weil er sich knapp 2 Meter von seinem Koffer entfernt hat, um sich hinzusetzen, ohne mit dem Koffer den Gang zu verstellen.

Also, liebe Paranoide: So einfach ist das Problem zu lösen. Einfach mal „Wem gehört der Koffer hier?“ fragen. Das können auch Fahrgäste, dafür braucht man kein Triebfahrzeugführeroberdiplom. Ihr schafft das ganz bestimmt auch selbst beim nächsten Mal. Wenn sich dann ein Kofferbesitzer findet, habt Ihr eine wesentlich ruhigere Fahrt. Und könnt den Herrn beim Aussteigen erinnern, den Koffer nicht zu „vergessen“. 😉

Übrigens, die Geschichte geht noch weiter: Ein paar Minuten später, kurz vor Wesseling, wurde der (nun verspätete) Fahrer per Funk von der Leitstelle nach einem evtl. herrenlosen Koffer gefragt, und ob er mal gucken gehen könnte. Offenbar hatte also der Sürther oder ein anderer Fahrgast bereits per Handy den Koffer an die KVB gemeldet.

Vermutlich war das SEK zu diesem Zeitpunkt schon verständigt und rückte mit 20 Mannschaftswagen und 3 Sprengstoffhunden aus. Aber dank der kompetenten und beruhigenden Antwort des Fahrers an die Leitstelle wurde eine großräumige Sperrung von halb NRW knapp verhindert. RTL und SEK konnten wieder einrücken, das Innenministerium den Krisenstab wieder zum Sonntagskaffeeklatsch entlassen, etc. Ende gut, alles gut (bis auf die Verspätung, die sich nicht mehr aufholen ließ).

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