Zeugen Jehovas und das Jahr 1914

Veröffentlicht: 9. Mai 2011 in Weltanschauliches
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»Die Berechnung der ›Zeiten der Nationen‹ (Lukas 21:24), wonach diese 607 v.u.Z. begannen und nach 2520 Jahren Dauer im Jahr 1914 endeten, bildet eines der Hauptfundamente im Lehrgebäude der Wachtturm-Gesellschaft. Von dieser Berechnung hängt ihre zentrale Botschaft ab, Gottes Königreich sei 1914 im Himmel aufgerichtet worden und die parousia oder Gegenwart Christi habe in jenem Jahr begonnen.« Mit diesen Worten aus dem Vorwort des Buches »Die Zeiten der Nationen näher betrachtet« macht der Autor deutlich, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Jahr 607 vor Christus eine Kernlehre der Zeugen Jehovas berühren. Nach ihrem Verständnis wurde in jenem Jahr die Stadt Jerusalem von den Babyloniern zerstört. Beginnend mit diesem Ereignis zählen sie die »Heidenzeiten«. Zwar geben sie an einigen Stellen ihrer Publikationen zu, dass Wissenschaftler für die Zerstörung Jerusalems ein anderes Datum nennen, nämlich etwa 20 Jahre später, 587/586 vor unserer Zeitrechnung. Doch ist den meisten Zeugen Jehovas nicht bekannt, wie eindeutig die Befunde auf das spätere Jahr hinweisen und wie unhaltbar daher das von der Wachtturm-Gesellschaft vertretene Datum 607 v.u.Z. ist. Von den wissenschaftlichen Beweisen und Gegenargumenten handelt dieses Buch. Darüber hinaus zeigt es, dass das korrekte Datum der Zerstörung Jerusalems durchaus nicht in Widerspruch mit den Aussagen der Bibel steht.

Sieh den Tatsachen ins Auge

Face the facts!

Meine Buchbesprechung von 2009 kann auf rofrisch.de weitergelesen werden und hier in diesem Blog kommentiert werden.

Vielleicht findet sich ja sogar ein mutiger Zeuge Jehovas, der mal schreibt, wie er dieses geschichtliche Wissen mit dem Lehrgebäude vereinbart, das ihm die Wachtturm-Gesellschaft bezüglich 1914 vorschreibt.

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Kommentare
  1. Dr. Ingo Andrée sagt:

    Seit 31 Jahren JZ und schon öfters mit nicht konformen Antworten (sogenannte Kommentare) beim WT-Studium aufgefallen. Sofort werde ich beide Bücher von Carl Olof Jonsson bestellen.
    Vielen Dank!

  2. steve sagt:

    Hier eine Wissenschaftliche und Biblische Gegenüberstellung zum Jahr 586/87 und 607 v.u.z.

    http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2011810

    • RoFrisch sagt:

      Okay, vielen Dank zu dem Link mit der aktuellen Wachtturm-Propaganda bezüglich der 607-Fälschung. Steht da irgendwas neues drin, oder sind es nur die Argumente, die in dem besprochenen Buch von Jonsson ausführlich widerlegt werden?
      Ich bin in dem Thema nicht mehr so drin – vielleicht diskutierst Du es besser im Forum von http://www.sektenausstieg.net
      Gruß, Roland

  3. lovetar sagt:

    Jehovas Zeugen sind falsche Propheten: ww.jariiivanainen…

    • RoFrisch sagt:

      Mag sein, dass sie falsche Propheten sind. Es gibt ja auch keine ‚wahren Propheten‘, und ALLE die Propheten sind, sind demnach falsche. Dennoch mag ich keine Gegen-Missionierung in meinem Blog; deshalb habe ich den Link gekürzt. Wer will und sowas nötig hat, kann ja danach googeln und dort „die Wahrheit“ erfahren…

  4. glaubende sagt:

    Hallo map67, leider hast Du Dich bis jetzt nicht wieder gemeldet um zu berichten was der Älteste Dir auf Deine Fragen geantwortet hat. Ich weiß jedenfalls so viel das Russel wirklich aus den Kreisen der Freimaurer heraus stammte. Deshalb legte er in seinen Veröffentlichungen, jedenfalls zu Anfang so viel Wert auf die Pyramiden bei die Erklärung der Bibel und die Berechnung ihrer Daten, Aber ich denke mal ein schlechter Mensch war er deshalb nicht, denn bis zu seinen Lebzeiten waren die ernsten Bibelforscher eher eine lose Verbindung von Christen. Das änderte sich erst mit seinem Nachfolger Rutherford. Er gründete eigentlich die „Organisation“ der ernsten Bibelforscher und straffte diese zu einer fast schon militärisch, dogmatisch und hirarisch geführten Organisation. Vielleicht darfst Du Dich auch nicht wieder melden da man Dich bestimmt darüber befragt hat wie Du an solche Informationen gekommen bist und wenn diese Leute dann erfahren wo Du Dich als getaufter ZJ im Internet bewegst kann ich mir ihre Reaktion lebhaft vorstellen. Man wird Dir vor Augen führen daß Du damit Kontakt zu der Welt Satans, zu Satan selbst, zu Abtrünnigen (was für diese Leute gleichzusetzen mit Satan ist) und generell zur Welt, die in ihren Augen nichts weiter als böse ist, pflegst. Für einen ZJ und somit Diener Jehovas streng verboten. Aber ich möchte Dir nur sagen Du bist kein Diener Jehovas oder Gottes, sondern ein Diener der WTG. Einer WTG die von sich behauptet der „Vertriebskanal“ Gottes zu sein und sein treuer und verständiger Sklave zu sein. Was die WTG sagt und anordnet ist Gesetz, auch wenn sich ihre Prohezeiungen gerade in Bezug auf Harmagedon mehr als einmal als falsch erwiesen haben, Weißt Du auch ich sage mir Irren ist menschlich und so gibt es in jeder Religion falsche Prophezeiungen oder falsche Dinge die angeordnet werden um als Dogtrien ankerkannt zu werden. Aber von einer Gesellschaft oder Organisation die von sich behauptet die einzig wahre Religion zu vertreten, das Sprachrohr Gottes zu sein durch das er zu seinem auserwählten Volk sozusagen spricht, sie durch diese Organisation führt und leitet, dann verlange ich mehr von solch einer auserwählten Elite, als daß sie ihre „Untergebenen“ mit falscher Speise, sprich falschen Prohezeiungen füttert und verlangt das all das ohne nachzudenken, oder eigene Gedanken darüber zu entwickeln, einfach zu schlucken. Das entspricht nicht einem treuen und vor allem verständigen Sklaven Gottes. Diese WTG ist für mich das gefährliche denn das fängt schon mit der Taufe an wo der zu Taufende ein Gelübde auf die Treue zu Jehova ablegen muß und man vollkommen klar macht das dieses Gelübde gleichzusetzen ist mit einem Gelübde auf die WTG als den treuen und verständigen Sklaven Jehovas. Erkennst Du die Gefahr? Man behauptet wer die Organisation der ZJ verläßt, verläßt Gott und wird wieder Teil dieser bösen und verderbden Welt und geht automatisch der Vernichtung entgegen.. Welch eine Anmaßung dieser WTG die sich durch ihre Prophezeiungen schon so oft selbst als einen falschen Propheten entlarvt hat. Ich kann nur sagen ich habe Ende der 1980ziger Jahre die ZJ verlassen, nicht Gott oder meinen Glauben an ihn. Auch wenn die WTG etwas anderes behauptet. Ich vertraue nach wie vor auf seine Gnade und Liebe. Aber ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren daß die WTG der Pabst der Zeugen Jehovas ist nur daß die Mitglieder so „dumm“ gehalten werden dies nicht zu erkennen.

  5. map67 sagt:

    Lieber Pedrag
    Ich danke Dir für Deine netten Worte. Die Sache mit dem jungen Mann der von allen umringt wird
    ist schon sehr interressant. Denn bei dem Thema „Gesellschaft“ oder „die Zentrale“ hab ich meine
    grössten Bedenken. Man erfährt recht wenig bei den Zeugen über die „Gesellschaft“, man soll sich aber immer ganz eng an sie halten und ihren Rat befolgen. Schließlich ist es ja „der treue und verständige Sklave“, der Kanal den der Schöpfer benutzt, um seine Diener auf der Erde zu lehren, warnen usw.
    Ich habe aufgrund eigener Erfahrungen und natürlich auch prinzipiell so meine Vorbehalte mit grösseren Organisationen oder änlichen Dingen. Ich habe mich mal schlau gemacht und einen Teil der „Schriftstudien“ Pastor Russels gelesen. Da geht es um den “ steinernden Zeugen“, die grosse Pyramide in Ägypten und ihren Bezug zu den Prophezeihungen der Bibel. Habe nicht schlecht gestaunt, da ich davon noch nie gehört hatte.Wird auch so nicht mehr gelehrt , aber klingt dafür umso abenteuerlicher, um nicht zu sagen abstruss. Zumal Pyramiden ja bekanntlich
    bei den Freimaurern eine wichtige Bedeutung haben. Habe dann einiges im Netz recherchiert
    was die Annahme stützt, das Pastor Russel zumindest engen Kontakt zu Freimaurern hatte.
    Schonmal ein starkes Stück.
    Bin dann mit diesen Informationen auf einen Ältesten meiner Versammlung zugegangen und habe ihn gefragt, was das zu bedeuten hat. Er hätte schon mal was davon gehört, er müsse sich aber da selbst erstmal reinlesen. Habe mich für seine Mühe schon mal bedankt und werde mich mit ihm
    baldigst treffen um die Angelegenheit zu besprechen. Bin mal gespannt.
    Ich glaube namlich, das die offene Wahrheit Gottes aus der Bibel sich nicht mit der Geheimnisskrämerei der Freimaurer vereinbaren lässt.
    Wenn erwünscht, kann ich hier gerne davon berichten. Einstweilen alles Gute und vielen Dank
    Martin

  6. Predrag sagt:

    Lieber map67,

    Ich selbst war vor 37 Jahren von den ZJ begeistert, hauptsächlich wegen der freundlichen Atmosphäre, die bei ihnen herrscht, und ich selbst war damals auf der Suche nach einem Schöpfer.

    Einige Jahre später haben mich manche Dinge bei ihnen gestört, z.B. ihre bekannte Zeitberechnung sowie auch dieser interessante Moment:

    Bei einem Kongress im Olympischen Stadion in München sah ich einen Mann, der in seinem privaten Stand Literatur verbreitete, die gegen die Lehre der Zeugen gerichtet war. Er war, glaube ich, ein ehemaliger ZJ’s. Was mich dabei so sehr erschütterte, war folgendes:

    Ich war bis damals gelehrt worden, dass es immer die Zeugen diejenigen sind, welche in der Welt allein stehen und die Wahrheit verbreiten, und von ihr böswillig angegriffen und als falsche Propheten abgestempelt werden. Das war für mich auch verständlich, da Jesus einmal gesagt hatte „Ich sende euch wie Schafe unter Wölfe“. Alles gut und schön, doch das Bild, das sich mir bei dem Anlass bot, widerlegte diese „Erkenntniss“.

    Der Junge Mann rief Warnungen aus, an dessen Inhalt ich mich jetzt nicht genau erinnern kann; auf alle Fälle warnte er uns vor der Organisation in Brooklin. Sofort versammelten sich so cca 20 „tapfere“ ZJ’s um sein Stand und fingen eine eifrige Diskussion an. 20 gegen EINEN. Er kam nur gelegentlich zu Wort. Ich persönlich machte auch mit (vor allen Dingen deswegen, weil ich unter den ersten war, die ihn angegriffen hatten). Doch nach cca 10 Minuten nahm ich Abstand von der Menge und fing an, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

    Der junge Mann fing an, mir Jesus, und die versammelten Zeugen Pharisäern zu ähneln. Meine „Brüder“ sprachen ihn nicht freundlich an, um ihm „aus der Verblendung heraus zu verhelfen“, keiner von ihnen vollbrachte ein Wunder, um ihm zu beweisen, dass Gott auf ihrer Seite war, sondern sie stempelten ihn lediglich ab als einen falschen Propheten, „von welchen die Welt voll sei“ – dabei war er ALLEINE da, und die in dem Moment bestehende „Welt“, die von Menschen wimmelte, bestand aus krittisierenden Zeugen Jehovas. Ich glaube nur eine einzige Zeugin sprach liebevoll und freundlich zu ihm, statt sich mit Bibelstellen herum zu werfen. Ich kann mich erinnern, wie der junge Mann in einem Moment etwas ausrief, was sinngemäß so lautete: „Ja, wer steht denn jetzt alleine hier und will DIE MENGE warnen – Sie oder ich?“

    Dieser Vorfall verursachte in mir einen inneren Konflikt, der sich aber erst viel später so richtig bemerkbar machte.

    Später wurde mir nach und nach alles klar, als ich z.B. einmal für längere Zeit ohne Geld aber mit Familie da stand, und von einem Ältesten und dazu noch Vollzeitprediger erfahren musste, dass die Organisation KEINE SOZIALHILFE SEI. Und ein anderes mal, als ein (inzwischen verstorbener) Mitglied der „Himmelsklasse“ uns mit seinem Wagen zu sich nach Hause fuhr, und wir unterwegs an einen brennenden Wagen vorbei fuhren, woneben wir eine wild schreiende und um Hilfe rufende Frau sahen, wobei „der Vertreter der Himmelsklasse“ zum Fahrer sagte: Fahr weiter, wir sind keine Feuerwehr.

    Naja, der Levit und der Pharisäer waren ja schließlich auch keine Erste Hilfe, und deshalb blieben sie nicht stehen, um dem verwundeten Mann, der auf dem Weg nach Jericho lag, zu helfen.

    Lieber map67, wenn du mehr an MENSCHLICHKEIT als an einer Gottessuche interessiert bist, dann beschäftige dich lieber mit anderen Quellen. Jesus hatte sich, soweit ich mich an die entsprechenden Bibelstellen erinnern kann, fast kein einziges mal „Gottessohn“ bezeichnet; Fast immer nannte er sich „MENSCHENSOHN“, und das entspricht seinem MENSCHEN ORIENTIERTEN Benehmen. Denjenigen, die ihn als „Sohn Gottes“ bezeichneten, verbot er meistens, es weiter „zu verkündigen“, und dem Hohepriester, der ihm bei der Befragung die Frage gestellt hatte „Du bist also der Sohn Gottes?“ antwortete Jesus mit einem „DU sagst es“ statt mit einem „Ja, der bin ich“. Dafür aber gebraucht er in Matth. Kap. 24 kein einziges mal den Ausdruck „Sohn Gottes“ sondern IMMER WIEDER „MENSCHENSOHN“.

    Ich grüße dich mit dem Rat, dich weniger mit der Frage „WER ist Gott?“ zu beschäftigen, als vielmehr mit der wesentlich wichtigeren Frage „WIE IST ER?“. Und wenn du, nach einer eingehenden Analyse, herausgefunden hast, WIE er ist, dann wird es dir auch nicht schwer fallen, zu verstehen WAS er überhaupt ist. Vielleicht hilft dir der kleine Moment aus dem AT weiter, wo geschrieben steht, dass „Saul von einem bösen Geist GOTTES (und nicht SATANS!) gequält wurde“. Dies obwohl schon damals die Existenz Satans bekannt war.

    LG,

    Predrag

  7. map67 sagt:

    Seid gegrüßt zusammen

    Kurze Zusammenfassung wie ich hierher gelangt bin:
    Ich lese gerade R.Franz`s Buch „Der Gewissenskonflikt“ und bin halbwegs schockiert von dem, was dort alles berichtet wird. Obwohl ich Herrn Franz nicht persöhnlich kenne (oder wohl eher kannte), scheinen mir seine Berichte und Erklärungen ( aufgrund seiner Herkunft, Entwicklung und
    Tätigkeit bei den ZJ) überwiegend Glaubwürdig zu sein.
    Ich selbst bin z.Z. als „Interessierter“ einer „Versammlung“ verbunden und besuche diese auch recht Regelmäßig. Die Suche nach dem Schöpfer und die freundliche, ehrliche Art der überwiegenden Menschen dort sind die Hauptgründe dafür.
    Ich habe schon einmal vor ca.20 Jahren ein Bibelstudium mit ZJ durchgeführt und die „Versammlung“ besucht, wurde aber dann durch die „Deutsche Einheit“ und eine frische Beziehung
    zu einer Frau „abgelenkt“. Dadurch verlor ich wieder den Kontakt mit der „Versammlung“ und ging
    wieder „weltlichen Dingen“ nach. Ich verlor aber die biblischen Vorhersagen der WT Organisation nie aus den Augen und „beobachtete“ die Weltgeschehnisse diesbezüglich weiterhin.
    Persöhnliche Erlebnisse und die zuvor genannten Weltgeschehnisse der letzten Jahre, ließen mich vor eineinhalb Jahren erneut mit einem „Heimbibelstudium“ beginnen. Kurze Zeit darauf besuchte ich auch wieder die „Versammlung“.
    Nun möchte ich aber vor weiteren persöhnlichen Schritten den ein oder anderen kritischen Gedanken bezüglich der „WT Organisation“ überprüfen, und bin so auf das Buch von R.Franz gestoßen.
    Ich werde mir heute die zwei Bücher „Die Zeiten der Nationen näher betrachtet“ und „Auf der Suche nach christl. Freiheit“ bestellen, da nach bisheriger Lektüre des Buches „Gewissenskonflikt“
    meine stärksten Zweifel :
    -„Prophezeihungen“ der WT-Organisation in der Vergangenheit
    -Datierungen und chronologische Berechnungen
    nachhaltig gestärkt werden.
    Falls jemand interresse hat, kann ich hier gerne über meine Fortschritte berichten und bedanke mich auch an dieser Stelle herzlichst für die bereit gestellten Informationen zu diesem Thema.

  8. Nephi sagt:

    nur auch die ZJ müssen sich an der bibel messen

  9. Predrag sagt:

    Allerdings muss man die ganze Sache um die Religion nicht unbedingt NUR negativ auffassen. Ich will es mal versuchen, zu erklären.

    In der Religion wird der Mensch immer als schwach und in einer aussichtslosen Lage dargestellt, so dass er an die Hilfe „von oben“ angewiesen ist. Es handelt sich, also, um die Idee von einer „EXTERNEN Rettung“.

    Psychologisch betrachtet befinden sich die Menschen tatsächlich in einer äußerst schlimmen Lage, von der sie befreit werden sollen. Die Frage ist nur, WOHER soll die Befreiung kommen?

    Absichtlich oder unabsichtlich, tut die Religion den Menschen DOCH etwas Gutes. Indem sie sie in einer auswegslosen Situation darstellt, bewirkt sie, dass sie sich darum bemühen, nach einem Ausweg zu suchen. Solange sie an Gott glauben, erwarten sie, natürlich, immer, dass „die Rettung“ VON IHM (also von auswärts) kommt.

    Da aber die Erwartungen, welche Bestandteil jeder Religion sind, sich NIE erfüllen, wird dadurch bei manchen Menschen erreicht, dass sie anfangen, MIT EIGENEM KOPF zu denken. Dies ist der erste Schritt, der letztendlich dazu führt, dass der Denkende irgendwann befreit wird, aber nicht mit einer externen Hilfe, sondern AUS EIGENER KRAFT.

    Bei der Religion ist es genau wie bei (irgend einer) GEFAHR. Es ist zwar klar, dass die Gefahr etwas schlimmes ist, welches niemand bewusst erleben will. Die Gefahr als Gegebenheit ist genauso falsch, wie die Religion. Das Positive bei beiden ist, also, nicht die Sache an sich, sondern DEREN WIRKUNG.

    Wenn jemand sich in Gefahr befindet, dann ERWARTET ER HILFE. Und nun gibt es zwei Möglichkeiten:

    – Entweder wird ihm Hilfe gegeben (externer Eingriff), und der Gerettete bleibt so wie er war, bis er wieder mal in Gefahr gerät, wo er wieder Hilfe ERWARTEN WIRD;

    – Oder er bekommt die Zusicherung, dass die Hilfe BALD kommen wird.

    So. Was bleibt dem Menschen in dieser zweiten Situation übrig? Eigentlich nichts, außer zu warten, und darauf zu hoffen, dass die Hilfe BALD kommen wird.

    Wenn er aber fest stellt, dass auch nach einer VIEL ZU LANGEN Zeit von der versprochenen Hilfe keine Spur da ist, dann gibt es folgende 2 Optionen:

    – Entweder er gibt auf,

    – Oder er aktiviert SEINE EIGENE FÄHIGKEITEN, um sich aus der Gefahr zu befreien.

    Genau das ist das Ziel der Religion bei den Menschen. Manche sollen aufgeben, andere sollen sich entfalten und zu WAHREN MENSCHEN werden.

    Die WAHRE „Rettung“ oder Befreiung kommt nämlich NIE von außen. Die WAHRE BEFREIUNG KOMMT IMMER VON INNEN. Sie wird dann erreicht, wenn ein Mensch zum WAHREN MENSCHEN wird. Dies bedeutet nicht „vollkommen“, denn „vollkommen“ ist eine religiöse Phantasie. Wir sollen nicht vollkommen werden, sondern wir sollen uns voll entfalten, unsere innere Fähigkeiten aktivieren. Wenn wir das tun, dann stehen wir ÜBER ALLES; Weder Gott noch Teufel, weder Krankheit noch Gefahr kann dann vor uns bestehen. Der MENSCH ist das Höchste im Universum, allerdings nur, wenn aus dem pur-biologischen Mensch ein richtiger MENSCH wird. Ich bin überzeugt, dass genau diese Erkenntnis Jesus dazu verleitete, von sich IMMER als vom MENSCHENSOHN zu reden. Interessanterweise sprach er von sich selbst FAST NIE als vom „Sohn Gottes“ (das haben andere von ihm gesagt, er aber befahl Mensch und Dämon das NICHT zu erwähnen!) – dafür aber gebrauchte er IMMER, als er von sich redete, den Ausdruck „der Menschensohn“.

    Mit dieser Ausführung möchte ich keineswegs meinen, dass die Religion im Grunde genommen richtig ist. Zwar handelt es sich bei ihr um EINE METHODE, wie man einen schwachen pur-biologischen Menschen in einen VOLL ENTFALTETEN MENSCHEN verwandeln kann, aber diese Methode ist, leider, mehr falsch als richtig. Sie ist genauso falsch, wie z.B. die physische Strafe bei den Kindern: Man kann zwar dadurch ein Kind zum „guten Menschen“ machen, aber ob es sich dabei auch um einen völlig NORMALEN Menschen handeln wird, ist fraglich, denn Schläge bewirken auch manches Andere. Darum behaupte ich nicht, dass die Religion DIE RICHTIGE Methode ist, sondern was ich behaupte kann man ungefähr so darstellen:

    Das Sein, oder das Universum, oder Gott – denn alle diese Dinge sind eigentlich einunddasselbe – ist gewissermaßen „unvollkommen“ oder um es noch krasser und genauer aus zu drücken: KRANK. Und da es unvollkommen und krank ist, kann es nur unvollkommene und kranke Methoden entwickeln. Zwar zeitigen diese Methoden zum Teil eine positive Wirkung, indem sie manchen Menschen ermöglichen, sich voll zu entfalten, auf der anderen Seite jedoch produzieren sie auch weit mehr KRANKE PSYCHEN, welche die Welt zur Hölle machen.

    Dass die Menschen NORMAL werden können, OHNE irgendwelche „Höllen“ durch zu machen, möglich ist, liegt brach auf der Hand. Denn es gibt immer 2 Möglichkeiten, wie einer eine Sache erkennen kann: Er kann sie selbst durch machen, oder er kann sehen, wie sie sich bei anderen manifestiert, und daraus DIE SELBE SCHLUSSFOLGERUNG ZIEHEN. Ich brauche nicht ein paar Menschen gequält und getötet zu haben, damit es mir klar wird, dass es falsch ist. Ich brauche auch nicht selbst gequält zu werden, um dasselbe fest zu stellen. Ich kann es nämlich in einem sehr realistisch anmutenden Film gezeigt bekommen, und dabei fest stellen, dass Mord und Totschlag falsch sind, und dementsprechend von ihnen Abstand nehmen.

    Also hätte auch „Gott“ die Menschheit nicht unbedingt durch all die Kriege führen müssen, damit sie erfuhren, dass der Krieg falsch ist. Da er angeblich allmächtig ist, hätte er die Menschen behilfst einer Art von Filmvorstellung all die Schrecken „erleben“ lassen können. Das hat er aber NICHT getan, sondern hat bewirkt, dass all die Schrecken zu unserer WIRKLICHKEIT wurden, und das noch für abertausende von Jahren!!! Das zeigt, dass er nicht nur unvollkommen, sondern auch noch KRANK ist, denn nur ein kranker Vater würde seine Kinder durch eine Unmenge von Leiden führen, „damit diese lernten, was richtig und was falsch sei“.

    Ergo sind alle Methoden innerhalb dieses Daseins, mit welchen manche Menschen zu wirkliche MENSCHEN werden, fehlerhaft, da diese Methoden sowohl Positives als auch Negatives bewirken. Darum ist diese meine Feststellung, dass „die Religion bewußt oder unbewußt beim Menschen etwas Positives bewirkt“ nicht als ein Lob für die Religion zu verstehen, sondern lediglich als eine Einsicht, dass obwohl die Religion im Grunde falsch ist, sie dennoch eine positive Wirkung hat. Das Schlimme dabei ist, dass diese positive Wirkung nur bei MANCHEN Menschen erreicht wird. Wäre die Methode RICHTIG, dann würde die positive Wirkung bei ALLEN Menschen eintreten.

  10. Predrag sagt:

    Und was die Prophezeihung hinsichtlich des Jahres 1914 anbelangt, kann ich folgendes sagen:

    Damals hatte ich sie akzeptiert, weil ich (als junger und unerfahrener Mensch) in den damaligen Ereignissen – hauptsächlich dem 1.WK – tatsächlich etwas besonderes sah. Viel später jedoch, nachdem ich die Zeugen verlassen hatte, wurde mir nach und nach immer klarer, dass all die Prophezeihungen, die von Jesus und/oder von den Aposteln ausgesprochen wurden, sich NIE auf eine Zeit beziehen konnten, welche das 1.Jhdt übersteigen würden, hauptsächlich wegen des Wortes „BALD“, welches all die Prophezeihungen begleitet hatte. In anderen Worten, Jesus und die Aposteln erwarteten das Ende der Welt in ihren Tagen (siehe z.B. die Erwartung: „WIR WERDEN NICHT ALLE STERBEN, aber wir werden alle verwandelt werden…“ – dies konnte, angesichts der Lebenserwartung jedes Menschen, das 20.Jhdt NIE erreichen.) Diese Gedanken waren in mir zwar auch vorhanden, als ich noch ein Zeuge war, allerdings hatte ich mich mit ihnen damals noch nicht so sehr auseinander gesetzt, denn damals waren mir andere Diskrepanzen in der Lehre und Praxis der WTG wichtiger.

    Doch später fing ich so nach und nach zu denken, dass wir entweder noch im 1.Jhdt leben (und der Antichrist die Zeiten verändert hat), oder aber wir befinden uns bereits in der Hölle, wo alles auf den Kopf gestellt ist, und niemand die Wahrheit mehr finden kann. Ich glaubte zwar nicht an die Hölle so wie sie üblicherweise „deffiniert“ wird, sondern ich glaubte, dass es etwas dem ähnliches gibt, nämlich dass die Hölle HIER auf der Erde ist – dies im Sinne, dass „die Rettung“ nur im Himmel möglich wäre, während die Erde als etwas „irdisches“ zum ewigen Chaos verurteilt sei. Ich glaubte allerdings, dass eine „Rettung“ wieder möglich wäre, doch gemäß eines „anderen Evangeliums“, welches in der Offenbarung angesagt wurde.

    Heute finde ich das alles Unfug. Das Ganze (ganz egal ob gemäß der Lehre der ZJ oder irgend einer anderen religiösen Organisation) ist nichts anderes, als eine Verblendung der Menschen, die nur den Weltherrschern von Nutzen sein kann.

  11. Nephi sagt:

    also ich frage mich eines:
    die Zeugen sind bibeltreu….und nehmen die schrift ganz genau also steht da nicht wo was von es werden viele falsche wohlgemerkt FALSCHE Propheten kommen?
    Hat nicht die WTG aber schon viele FALSCHE Prophezeiungen gemacht?
    Also ist dann nicht der TuS und die WTG einfach nur was unbiblisches falsches?
    Wann werden die Tore des Gefängnisses das mit dem Wachturm bewacht wird aufgemacht? damit diese die Warheit erkennen?

    • RoFrisch sagt:

      Lieber Nephi, gibt es denn „WAHRE Propheten“? Ich meine jetzt nicht die vom Wetterbericht, die maximal 2 Wochen vage überblicken können. Und auch nicht die Vorhersage von Banalitäten.
      Dieses ganze „es werden falsche Propheten kommen“ ist doch nur ein übler Trick um davon abzulenken, dass man selbst keinen Peil von der Zukunft hat. Aber man stellt sich dadurch über die anderen, die man als „falsche Propheten“ tituliert.
      Genauso „In den letzten Tagen werden Spötter kommen“. Ja, wenn man eine Botschaft vertritt, die lächerlich und dumm ist, braucht man sich nicht über den Spott wundern. In der Tat eine selbsterfüllende Prophezeiung.
      LG, Roland

      • Predrag sagt:

        Klasse, diese deine Antwort! Und auch die auf meinen Beitrag ist auch sehr gut.:-)

  12. Predrag sagt:

    Meiner Meinung und Erfahrung nach sind die Zeugen von der Lehre der WTG hauptsächlich so sehr überzeugt, dass es kaum möglich ist, ihnen irgend etwas zu erklären. Es handelt sich um ein psychologisch fundamentiertes Phänomen, wonach ein Mensch immer von dem überzeugt ist, was er eigentlich auch selbst erwartet. Bei manchen deckt sich rein zufällig die Lehre der WTG mit ihren eigenen Erwartungen. Bei anderen stimmt ihre eigene Erwartung zufällig mit dem, was beispielsweise die Adventisten lehren, dritte finden entsprechende Paralellen mit der Lehre der Mormonen usw usf. Das was all diese Sekten bewirken ist eigentlich nur eine „Systematisierung“ und „Formatierung“ der eigenen Erwartungen jeder einzelnen Person. Dieses, kombiniert mit der Erscheinung der (oberflächlichen) Brüderliebe, ruft bei jedem neuen Interessenten das Gefühl hervor, dass er endlich die wahre Religion gefunden hat! Natürlich entdeckt jeder früher oder später, dass die Brüderliebe SEHR OBERFLÄCHLICH ist, aber nur wenige finden den Mut, das zu kritisieren, genauso wie ganz wenige Zeugen nach einer Weile Unzufriedenheit über die Inkonsistenz ihrer Lehre und Praxis zeitigen. Als ich noch ein Zeuge war, geschah eines Tages folgendes: Im Wachtturm wurde KLAR UND DEUTLICH geschrieben, dass „JESUS CHRISTUS NICHT IM FLEISCHE GEKOMMEN WAR“. So. Damals war ich DER EINZIGE in unserer Versammlung in Köln-Porz, der den Ältesten Ernst Leißner darauf aufmerksam machte, und ihn bat, das nicht zu verbreiten, damit wir fest stellen konnten, ob bzw. wie viele Brüder den Mut haben würden, sich dieser offensichtlich falschen Lehre zu widersetzen. Interessanterweise akzeptierte Bruder Leißner meine Bitte; vielleicht wollte er auch selbst sehen, wie die Brüder darauf reagieren würden.

    Der Sonntag kam, der Königreichssall wurde erfüllt, die Bücher wurden geöffnet, die Lieder gesungen, die Gebete ausgesprochen, und das WT Studium begann. Als der fragwürdige Passus an der Reihe kam, wurde er vorgelesen und darauf die vorgeschriebene Frage gestellt. Keiner widersetzte sich, nicht einmal jemand von den Ältesten. Die Frage wurde ordentlich mit den Worten „Jesus ist nicht im Fleische gekommen“ beantwortet, weil es so im Wachtturm stand. Erst danach wagte der Älteste, der das Studium führte (das war Bruder Vinko Utri), uns mit zittriger Stimme darauf hin zu weisen, dass da „VIELLEICHT“ ein Fehler unterlaufen ist… „Wir werden abwarten, bis der Treue und verständige Sklave uns erklärt, wie dieser Passus zu verstehen sei…“

    Kurz danach stieg ich aus. Vinko Utri ist auch nicht mehr bei den Zeugen. Aber bei solchen Menschen handelt es sich immer um wenige Ausnahmen, denn in der Regel handelt es sich bei den Zeugen um blinde Befolger einer religiösen Organisation, denen das Gefühl, DASS SIE IRGENDWO GEHÖREN UND AUFGENOMMEN WERDEN wichtiger ist, als die Frage nach dem, was wahr ist und was nicht.

    • RoFrisch sagt:

      Lieber Predrag, Du hast ganz recht: Man kann einen überzeugten ZJ (oder sonstigen Christ, Faschist, Islamist, etc.) auch mit besten Argumenten nicht von seiner Ideologie abbringen. Der Artikel über 1914 richtet sich daher vor allem an solche, die nach Antworten suchen, die tatsächlich schon selbst ans Nachdenken gekommen sind. Und man sieht ja u.A. an uns beiden, dass sowas durchaus vorkommt.

      Auf http://www.jesus-offline.de/wenn-sie-anderen-helfen-moechten.html las ich gestern Folgendes:

      Jemanden zum Aussteigen bringen? …vergiss es!

      Wenn du dir Sorgen um jemandem machst, der einer dir obskuren erscheinenden Glaubensgemeinschaft angehört, hast du wenig Möglichkeiten, ihn in deinem Sinn zu „helfen“.

      Ich kann von mir sagen, dass ich verliebt war in meinen Gott, in meinen Glauben und vielleicht auch ein wenig in die Bibel. Mein Glaube war mein Leben. Da konnte nicht einfach jemand kommen und mich davon überzeugen, dass ich auf dem Holzweg bin. Ebensowenig kannst du das. Und ebensowenig kann es diese Webseite.

      Wie wahr, wie wahr.

      LG, Roland

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