Joachim Fuchsberger: Altwerden ist nichts für Feiglinge

Veröffentlicht: 16. August 2011 in Weltanschauliches
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Zum Testen der kostenlosen Onleihe von eBooks meiner Stadtbibliothek habe ich mir das Buch von „Blacky“ Fuchsberger auf das Handy geladen und innerhalb einer Woche gelesen (so lange ist die Verleihfrist bei eBooks – da sollte man sich nichts Umfangreiches aussuchen…).

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ ist ganz nett zu lesen. Es ist allerdings keine tiefgründige Abhandlung über das Thema, und es ist auch keine Fuchsberger-Altersbiographie. Eher eine Erzählsammlung recht unzusammenhängender Episoden aus seinem Leben (mit unterschiedlichem Bezug zum Thema Altwerden) – garniert mit mancherlei Anmerkungen unterschiedlichster Qualität.

Also, nette Zwischendurchlektüre, und als solche durchaus unterhaltsam. Auch regt es zum einfühlsameren Umgang mit älteren Menschen an. An wenigen Stellen ist das Buch auch durchaus lehrreich. Man erfährt, wie man sich in Australien mit der unbefristeten deutschen Drivers License durchmogeln kann, und warum man ab einem gewissen Alter besser den Pilotenschein abgibt. Auch erfährt man Fuchsbergers Vorurteile gegen Männer mit langem Haar, was für ihn grundsätzlich gleichzusetzen mit „ungepflegt“ ist. Dass er nichts für den Rock and Roll übrig hat, verzeiht man ihm aber spätestens dann, wenn er auch über die Volksmusik ablästert.

Mindestens an zwei oder drei verschiedenen Stellen des Buches ärgert er sich darüber, dass man ’seinen‘ Spielfilm „Live is life“ vor der Ausstrahlung in „Die Spätzünder“ umbenannt hat. Dies verstärkt den Eindruck, nicht ein durchgehendes Buch zu lesen, sondern eine Kurzgeschichtensammlung. Natürlich ist der Titel „Die Spätzünder“ nicht auf das Leben der Altersheimbewohner bezogen, sondern darauf, dass sie erst im fortgeschrittenen Alter eine (kurzhaarige…) Rockband gründen, um sich gegen die Tyrannei der Heimleiterin aufzulehnen. Fuchsberger hat aber gar kein Interesse daran, an dem geänderten Titel etwas Gutes zu finden (oder zumindest mal sachlich die Argumente anzugehen, warum der Film umbenannt wurde). An solchen Stellen hat das Buch was Alterstarres, ein beleidigtes „Uns fragt mal wieder keiner“. Schade eigentlich.

Buchvorstellung und Leser-Rezensionen auf Amazon.de: Joachim Fuchsberger: Altwerden ist nichts für Feiglinge

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Kommentare
  1. Blacky Foxburger sagt:

    Selbstverständlich sind lange Haare bei Männern ein Zeichen für asoziale Ungepflegtheit. Gestern abend musste ich im TV mit ansehen, wie ein Geiger namens David Garrett Beethovens Violinkonzert spielte. Schlecht rasiert und langhaarig, also komplett ungepflegt. Erschreckend, diese zunehmende Verwahrlosung selbst in kulturell anspruchsvollen Bereichen der heutigen Gesellschaft. Pfui!

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