Die Do-it-yourself-Verspätung

Veröffentlicht: 17. November 2011 in Bahn und Wahn
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Linie 7, Moltkestraße Richtung Zündorf, mitten im Berufsverkehr vor ein paar Tagen: Der Fahrgastwechsel ist „eigentlich“ beendet und die Bahn hat Fahrsignal. Verspätung 1 Minute, die der Fahrer bis Neumarkt noch gut aufholen kann, wenn alles glatt läuft.

Doch an Tür 1 steht ein barmherziger Samariter und hält einem bei Rot vor der Bahn herlaufenden Fußgänger noch die Tür auf. Bis dieser nun eingestiegen ist, springt das F-Signal der Bahn wieder auf Halt. Der Querverkehr bekommt Fahrt, und mit ihm biegt ein Bus der 136 oder 146 auf die Richard-Wagner-Straße ein. Als die Bahn wieder Fahrt bekommt, hat der Rotläufer bereits die Verspätung auf 2 Minuten erhöht.

Doch nun fährt die Bahn hinter dem Bus her, statt vor ihm zu sein, wenn sie mit der ersten Ampelphase über die Kreuzung gekommen wäre. Daher muss die Bahn vor den Ringen warten, bis der Bus die Haltestelle Rudolfplatz geräumt hat – denn die Bushaltestelle liegt hinter der Bahnhaltestelle; andersherum hätte es daher gepasst.

Also eine weitere Minute verloren. Der Fahrgast, der die Verspätung selbst verursacht hat (unwissend, nehmen wir mal an, jedenfalls durch einen absichtlichen Rotlichtverstoß), schaut vermutlich schon nervös auf die Uhr und denkt sich „Typisch KVB, wat bummelt der auch so“.

Nach dem Fahrgastwechsel am Rudolfplatz geht es nun mit 3 Minuten Verspätung zum Neumarkt. Vor dem Neumarkt biegt aber eine (vermutlich aus ähnlichen Gründen) leicht verspätete Linie 9 in die Haltestelle. Also auch hier wieder 1-2 Minuten zusätzlich, die wir dem Türsteher und dem Rotlichtsünder zu verdanken haben.

Mit 4 oder 5 Minuten Verspätung fährt die Linie 7 dann also weiter Richtung Heumarkt. Natürlich hinter der 9, die ihrerseits am Heumarkt wieder das gleiche Spiel erlebt: Türsteher, die Rotlichtsündern noch mal eben kurz die Tür aufhalten. Und damit nicht nur die 9 weiter verspäten, sondern gleich noch die 7 mit…

Fazit: Ein Straßenbahn- bzw. Stadtbahn-System kann gerade bei den dichten Zugfolgen im Berufsverkehr nur dann einigermaßen pünktlich funktionieren, wenn die Fahrgäste die Züge nicht künstlich aufhalten. Wäre doch schön, wenn sich das endlich in der Türsteherszene mal rumspräche.

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