Der Kölner Pferdebahnwagen in Bremen (März 2001)

Veröffentlicht: 14. Juni 2012 in Bahn und Wahn
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Hier mal wieder ein Artikel aus der „Mottenkiste“ – also von meinen früheren Homepages http://www.koelnbahn.de und http://www.streckenkun.de. Der Artikel wurde nur geringfügig modifiziert (hat aber jetzt eine Kommentarfunktion…):

Der Pferdebahnwagen 211 ist das älteste Fahrzeug im Kölner Straßenbahn-Museum Thielenbruch (siehe auch www.hsk-koeln.de/). Er wurde vermutlich 1894 von der Firma P. Herbrand & Co. in Köln-Ehrenfeld gebaut, und ähnliche Wagen wurden auch in andere Städte geliefert. Je nach Strecke wurden sie mit 1 oder 2 Pferden gezogen. Gewöhnlich sieht man den schönen Wagen 211 „nur“ im Museum, dekoriert mit künstlichem Pferd und einem ebenfalls recht ruhigen Zeitgenossen auf der vorderen Plattform. Am 25. März 2001 hatte der Kölner Pferdebahn-Wagen jedoch seinen großen Auftritt bei der Jubiläumsfeier der Bremer Straßenbahn.

Einige Zeit vor Beginn des Fahrzeugkorsos durch die Bremer Innenstadt wurde der Pferdebahnwagen von einem Unimog bis an die Haltestelle „Am Brill“ geschleppt – begleitet von Zurufen wie „Ihr habt das falsche Pferd vorgespannt“, etc. An der Haltestelle „Am Brill“ wartete schon die Kutsche der Brauerei Haake-Beck mit zwei stattlichen Pferden, die den Wagen 211 ziehen sollten. Somit mußte zunächst der Antrieb von Diesel auf Hafer umgestellt werden – eine interessante Form des Zweisystem-Antriebs… 🙂

Nach gelungener „Neumotorisierung“ sieht man hier, wie der Kölner Pferdebahnwagen die ersten Meter mit 2-PS-Antrieb zurücklegt. Ein Moment, auf den ich mich schon eine ganze Zeit lang gefreut hatte.

Inzwischen sind auch schon die ersten sonstigen Teilnehmer des Fahrzeug-Korso eingetroffen, und unser Pferdebahnwagen nimmt seine Fahrgäste (selbstverständlich in passendem historischen Outfit) auf.

Mit an Bord ist auch ein Schaffner in historischer (Kölner) Uniform, wie man auf dem Foto oben rechts sehen kann. Es ist ein Kölner Kollege, den ich schon länger kenne. Er ist schon seit einiger Zeit Mitglied bei im Verein „Freunde der Bremer Straßenbahn e. V.“. Daher durfte er das, was ich gerne gedurft hätte – nämlich einmal im ältesten Fahrzeug des Kölner Museums mitfahren…

Wie man sieht, erfreuten sich der Pferdebahnwagen und die anderen zumeist historischen Fahrzeuge großen Interesses. Der Weser-Kurier schätzte die Zahl der Anwesenden beim Jubiläum der BSAG auf ungefähr 50.000.

Am Gleisdreieck „Domsheide“ sollte der Pferdebahnwagen gewendet werden, um wieder die Rückfahrt Richtung Zentrum (Rathaus und „Roland“) anzutreten. Dafür steht im Hintergrund schon der Unimog bereit. Also heißt es wieder Pferde abspannen, Wagen rückwärts ziehen und Pferde anspannen. Eine recht mühsame Prozedur. Hätte man nicht gleich auf jeder Seite zwei Pferde anspannen können? 😉

Eine Dame, die Fahrgast in der Pferdebahn ist, beschwert sich in sehr höflicher, aber bestimmter Weise über die Länge des Aufenthalts, bis die Pferdebahn die Fahrt Richtung Rathaus wieder aufnimmt: „Immerhin habe ich 10 Pfennig für die Fahrt bezahlt, das ist viel Geld. Da kann ich doch erwarten, daß es bald weitergeht, nicht wahr?“. Dem Schaffner gelingt es mit freundlichen Erklärungen jedoch, sie zum Bleiben zu veranlassen, obwohl sie zu Fuß sicherlich schon 3mal am Rathaus angekommen wäre.

Schließlich ist die Wendefahrt jedoch beendet, die Pferde wieder angespannt, die Strecke frei, und so kann Wagen 211 wieder in Richtung Rathaus und „Bremer Roland“ starten – vorausgesetzt, der „Kölner Roland“, der diese Fotos aufgenommen hat, geht erst noch ein paar Schritte zur Seite. Hat er aber getan, denn sonst hätte er diesen Bericht ja nicht mehr verfassen können…

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Kommentare
  1. lilo schlösser sagt:

    ich möchte wissen, in welcher Zeit die Pferdebahn zwischen Köln und Efferen/Hermühlheim fuhr.

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