HILFE: Frage zum VRS-Tarif

Veröffentlicht: 3. September 2012 in Bahn und Wahn
Schlagwörter:, , , , , , , , , , , , ,

Frage an alle VRS-Tarifkundigen, ich hol aber erstmal weiter aus:

Meine Freundin beginnt in 2 Wochen einen neuen Job, bei dem sie morgens von Bornheim-Waldorf (Linie 18, Vorgebirgsbahn) nach Köln-Sürth (Linie 16, Rheinuferbahn) fahren muss (und nachmittags zurück). Leider bekommt sie kein Jobticket. Und leider gibt es zwischen diesen beiden Stadtbahnlinien keine gescheiten ganztägigen Querverbindungen. Man kann zwischen Linie 16 und 18 entweder in Köln am Barbarossaplatz oder in Bonn-West umsteigen, dreht also einen ziemlichen Umweg, wenn man je nach Uhrzeit nicht das „Glück“ hat, von einem Bus langwierig über die Dörfer geschaukelt zu werden. Für eine Tour, die mit dem Auto offiziell 21 Minuten dauert, ist sie (inklusive der Fußwege) etwa 85 Minuten unterwegs.

Wenn sie Früh-Woche hat, wird sie zunächst die Buslinie 818 nach (Bornheim-)Hersel nehmen können und durchfährt somit die Gemeinden Bornheim, Wesseling, Köln – also Preisstufe 3 über Wesseling. Würde sie mit 18 und 16 über (Köln-)Barbarossaplatz fahren, müsste sie fast 20 Minuten früher los. Dann hätte sie auch Preisstufe 3 – allerdings die Gemeinden (Tarifzonen) Bornheim, Brühl und Köln.

Da die Umsteigezeit am Barbarossaplatz aber nur utopische 3 Minuten beträgt (oder man muss noch früher los), würde sich für Inhaber einer VRS-weiten Zeitkarte (Jobticket) Umsteigen in Bonn-West anbieten. Als Monatskarte ist dies dann aber Preisstufe 4 und etwa 50% oder 60 Euro teurer (ca. 183 statt 123 Euro). In diesem teureren Ticket ist dann aber nicht mal die Möglichkeit enthalten, über Brühl zu fahren (beispielsweise, wenn der Zug Richtung Bonn nicht kommt).

Meine Frage(n) also: Wie löst man dieses Tarif-Dilemma? Habe ich was übersehen (beispielsweise ein Pauschal-Monatsticket für alle Gemeinden, die von der 18 und 16 tangiert werden und mit dem man beliebig zwischen Bonn und Köln hin- und herfahren kann, ohne sich auf eine bestimmte Route festzulegen)?

Und noch ein paar Grundsatzfragen: Sollte man wirklich 180 Euro monatlich ausgeben, um die 4fache Fahrzeit zu benötigen als mit dem Auto? Warum muss man die Umwege, die man mangels ausreichendem Querverkehr drehen muss (von Bornheim nach Sürth über Bonn-West…) eigentlich mitbezahlen? Ist es sinnvoll, dass Verkehrsverbünde umso mehr verdienen, je schlechter ihr Angebot ist? Okay, ich höre auf. Diese Fragen sind vielleicht allzu grundsätzlich. Über Kommentare mit Antworten auf die gestellte Tarif-Frage würde ich mich jedoch sehr freuen.

Advertisements
Kommentare
  1. Râlf sagt:

    Was wäre eigentlich, wenn ein Rollstuhlfahrer, der auf stufenfreien Zugang angewiesen ist, den Umweg durch eine andere Zone nehmen müßte, weil er am Barbarossaplatz, wg Stufe, nicht umsteigen kann. Angenommen er kann in Waldorf ebenerdig einsteigen in BN-West ebenerdig umsteigen und in Sürth ebenerdig ausstiegen. Muß der etwa auch für das Unvermögen des Barbarossaplatzes und den Umweg über BN West mehr bezahlen? Oder zahlen Rollis weniger/nichts ?

    Aprospos: Warum fahren Hunde eigentlich gratis mit der KVB? Ich bin dafür, daß die auch ein Ticket brauchen. Außer sie passen in die Handtasche. Oder Kinder fahren bis 12 Jahre kostenlos und nicht nur bis 6(?).

    • Jürgen sagt:

      @Ralf: das mit den Hunden wurde -ich meine, es wäre 2002 oder 2003 gewesen- per „Landeshundeverordnung NRW“ geregelt worden, dass Hunde in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in NRW kostenlos mitfahren können.
      Ich erinnere mich da noch sehr gut an eine Aktion auf dem Kölner Neumarkt, kurz nach Bekanntwerden der „Landeshundeverordnung NRW“, mit dem Titel „Verkleiden Sie Ihr Kind als Hund“, wo die Bürger ihren Kindern Hundemasken aufgesetzt und somit ihrem Missmut freien Lauf gelassen haben.

    • RoFrisch sagt:

      Der Rollstuhlfahrer fährt eine Station weiter, bis Poststraße. Dort gibt es zwei Aufzüge, so dass er die Bahnsteigseite wechseln kann und barrierefrei von der 18 in die 16 umsteigen kann.

  2. Râlf sagt:

    Es hilft also nur sich nen Kleinwagen (Smart, C1,etc) oder Roller zu kaufen und ohne Bahn zum Job.

    • RoFrisch sagt:

      Tja, schaumermal. Vielleicht kriegen wir es mit unserem einen Auto hin (das sie dann meist nehmen würde), und nur wenn es mit meinem Dienst nicht passt, muss sie halt Streifenkarte stempeln.

  3. Râlf sagt:

    Lieber Roland,
    das sind die Fragen, die ich auch schon immer hatte. Weshalb muß ich für einen Umweg über eine weitere Zone Bezahlen? Ist mir auch schon jeher nicht verständlich. Zum Glück habe ich ein Jobticket. Das ist das einzige Preisgünstige, das für alle Wegstrecken gilt. Mehr darf der ÖPNV der KVB nicht kosten.
    Unsinnig ist auch folgendes: Wenn ich eine Zeitkarte für die Tarifstufe 2a/Cityticket habe. Weshalb gilt das dann ausschließlich für Bonn, wenn für Bonn gekauft, und nicht auch genauso in Köln. Ist doch auch 2aCity?
    Oder: Fahre ich von Hersel nach BN Hbf kostet das mehr als Buschdorf bis Godesberg, owohl die Strecke bis Godesberg viel länger ist als bis Hbf (nur weil sie in BN liegt).
    Ausgegoren ist das Tarifsystem hier wirklich nicht, und im Vergleich mit Berlin viel teuerer. Dort gibts mehr Verkehrsmittel, eine größere abgedeckte Fläche für billigere Fahrpreise.

    • RoFrisch sagt:

      Innerhalb Köln bzw. innerhalb Bonn ist 1b und nicht 1a.
      Nach Köln bzw. nach Bonn von einer Nachbargemeinde ist 2b und nicht 2a.

      Dass eine Zeitkarte nur in einer bestimmten Zone gilt und nicht in allen anderen Zonen gleicher Preisstufe, finde ich schon nachvollziehbar.

      • Râlf sagt:

        1b wars stimmt, hatte ich nicht nachgeschaut, nur aus dem Kopf geschrieben (hab ja Jobticket, da brauch ich zum Glück nur einsteigen).
        Aber: Diese Zonennummern werden nicht offensiv vermarktet, sondern nur ‚heimlich‘, nenn ich es mal. Vermarktet wird Preisstufe 1b und wenn ich 1b kaufe, dann wäre das eben Bonn und Köln mit dem Ticket zu befahren. Diese Zonennummer wird dann erst ins Zeitticket eingetragen. Vorher weiß man da nix von.

  4. Jürgen sagt:

    Lieber Roland, die Lösung über den Barbarossaplatz ist doch etwas kostspieliger als Du dachtest, nämlich Preisstufe 4 (Bornheim, Brühl, Hürth und Köln); was die Querverbindungen zwischen den Linien 16 und 18 angeht, da gibt es zwischen Brühl Mitte und Wesseling Mitte (Bahnhof) noch die REVG-Linie 930, dieser Bus verkehrt halbwegs regelmäßig und ganztägig. Tariftechnisch ist dieses Problem dann allerdings nicht gelöst, denn das käme dann wiederum auf Preisstufe 4 (Bornheim, Brühl, Wesseling und Köln).

    • RoFrisch sagt:

      Lieber Jürgen, hier irrst Du, wie Du auch gleich in der VRS-Fahrplanauskunft überprüfen kannst. Bornheim-Köln ist Preisstufe 3. Das hat damit zu tun, dass die 16 durch 4 Gemeinden fährt, die 18 aber durch 6 (16: Köln, Wesseling, Bornheim, Bonn. 18: Köln, Hürth, Brühl, Bornheim, Alfter, Bonn). Da hat man sich geeinigt, auf der 18 Hürth und Alfter quasi nicht mitzuzählen (nur bei durchgehenden Verbindungen) und alle direkten Fahrbeziehungen zwischen Köln und Bonn (16, 18, DB Nahverkehr) als Preisstufe 4 zu zählen. Und demnach zählt Bornheim-Köln als Preisstufe 3, egal ob Du in Bornheim-Hersel startest oder in Bornheim-Waldorf.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s