Call a Bike und KVB-Rad

Veröffentlicht: 30. Juni 2015 in Bahn und Wahn, Shared Mobility
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Nachdem ich ja hier in der Rubrik Shared Mobility schon jede Menge über Carsharing geschrieben habe, wird es Zeit, auch meine bisherigen Erfahrungen mit dem Bike-Sharing zu erzählen.

Call a Bike

2015-06-30 10.05.52Wie ich bereits im Artikel über die Anmeldung bei Flinkster schrieb, wurde ich gleichzeitig für das Fahrradverleihsystem der DB – Call a Bike – freigeschaltet. Als KVB-Kunde bekam man einen günstigeren Tarif – 6 Cent pro Minute statt gewöhnlich 8 Cent. Umgerechnet also 3,60 Euro pro Stunde statt 4,80 Euro. Ich verwende die Vergangenheitsform, weil mich gestern eine eMail erreichte, wonach Call a Bike das Tarifsystem umstellt:

  • Die Taktung: Die 1-Minute-Taktung wird auf eine 30-Minuten-Taktung umgestellt.
  • Die Preise: Call a Bike fahren kostet nur noch 1 Euro pro halbe Stunde Fahrt statt zuvor 2,40 Euro.
  • Die Tarife: Sie haben die Wahl zwischen dem „Basis-Tarif“ und dem „Komfort Tarif“. Letzterer ist nun auch als monatliche Variante verfügbar.
  • Das „Partnerrad: Im „Komfort-Tarif“ ist ein zusätzliches Rad zubuchbar.
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Bitte den Hintergrund nicht beachten: In Köln gibts Moulin Rouge für Kinder. Schock!

Interessant in diesem Zusammenhang auch FAQ und Preisliste von Call a Bike.

Vergleicht man diese Infos allerdings mit meinem bisherigen Nutzungsverhalten, dann wird schnell klar, dass ich künftig draufzahlen würde. Denn bisher habe ich das Rad immer nur für Kurzstrecken in Köln genutzt und war 8-11 Minuten unterwegs. Da bin ich immer tariflich unter 1 Euro geblieben – in Zukunft soll ich dann wohl jedes Mal einen Euro abdrücken.

Für die 3 erfolgreichen Fahrten habe ich 1,68 Euro bezahlt – künftig würden sie mich 3 Euro kosten. Da werde ich wohl mal nachfragen müssen, ob es nach wie vor eine Vergünstigung für KVB-Abokunden gibt – beispielsweise wie beim KVB-Rad die erste halbe Stunde frei (oder zumindest für 50 Cent). Sonst kann ich für mein persönliches Nutzerverhalten keinen Vorteil erkennen, warum ich Call a Bike in Köln nehmen sollte.

2015-04-20 18.02.19In Bonn hingegen sieht es anders aus. Dort hat Call a Bike kein Flex-System, sondern eine feste Station am Hauptbahnhof (so wie auch an anderen ICE-Bahnhöfen). Falls ich also mal kurzfristig ein Rad brauche, wenn ich in der Bonner Innenstadt bin, werde ich vielleicht darauf zurückgreifen. Oder aber auf die Radstation an der Rückseite des Bahnhofs.

2015-04-13 17.58.41Der Screenshot oben zeigt außerdem, dass mein erster Callbike-Fahrversuch grandios gescheitert ist: Zwar habe ich vor Fahrtantritt gefühlt, ob noch Luft in den Reifen ist, und auch nach offensichtlichen Beschädigungen habe ich geschaut. Als ich dann losfuhr, sprang direkt der Mitnehmer der Kettenschaltung in die Speichen und verbog sich vollends. Ein Anruf bei der Hotline und das Rad wurde storniert und zur Reparatur vorgemerkt. Zum Glück stand in der Nähe noch ein weiteres Radl, mit dem ich meine Fahrt machen konnte.

Die Ausleihe und Rückgabe war bisher immer problemlos. Entweder über die Telefonnummer, die auf dem Fahrrad steht. Oder über die App, mit der man auch die Fahrräder ganz gut finden kann.

KVB-Rad

2015-06-02 14.55.49Seit Anfang Mai verleihen auch die Kölner Verkehrsbetriebe Fahrräder. Dafür kooperieren sie mit NextBike. Noch hat das System ein paar Startschwierigkeiten, aber ich habe es inzwischen deutlich häufiger genutzt als das DB-Radverleihsystem.

2015-05-24 15.44.372015-05-24 15.44.06Ich nutze es über die NextBike-App, weil die KVB-App zumindest anfangs noch einige Fehlerchen mehr hatte. Wie man an den Screenshots links sieht, wurden z.B. jede Menge Fahrräder angezeigt, die aber wieder verschwanden, sobald man hereinzoomte, um den Standort genauer erkennen zu können. Falls das Problem nach wie vor auftreten sollte, probiert es mal mit der NextBike-App. Man kann ja beide installieren. 🙂

2015-06-30 09.53.362015-06-30 09.53.15Die Fahrtenübersicht auf den beiden Screenshots rechts offenbart die seeehr erfreuliche Tatsache, dass Fahrten unter 30 Minuten für VRS-Abokunden mit Chipkarte kostenlos sind. Wer sich nicht über das Internet, sondern direkt am Fahrrad-Bordcomputer anmeldet, spart sogar die erste Abbuchung von 9 Euro, denn solange man sein Kundenkonto nicht in den Minus-Bereich fährt, kann man das System ohne Eingabe von Zahlungsdaten nutzen.

2015-06-28 11.40.41Die Screenshots offenbaren aber auch, dass es noch einige Startproblemchen gibt. So wird die letzte Fahrt mit dem beängstigenden Wort „recording“ angezeigt – trotz korrekter Rückgabe im Geschäftsgebiet. Es war die Fahrt zur Besichtigung der niegelnagelneuen U-Bahn-Station Bonner Wall, die eindeutig noch im Gebiet liegt. Dennoch hatte ich große Mühe, das Fahrrad ordnungsgemäß abzumelden. Trotz Ausleihe über die App hat die Rückgabe schließlich nur über die VRS-Chipkarte geklappt. Gut dass ich die immer dabei habe. Bei NextBike ist man sich anscheinend noch nicht ganz einig darüber, ob man ein Flex-System anbietet oder feste Stationen.

2015-06-08 16.06.06bDenn auch die „Fahrt“ am 8.6. mit dem Hinweis „Ungültig“ scheiterte an diesem Problem. Diesmal wollte ich die Station in Braunsfeld an der KVB-Hauptverwaltung nutzen. Per Chipkarte ließ sich das Rad trotz korrekter PIN nicht entsperren. Und über die App erschien der Hinweis, man dürfe dieses Rad „nur an offiziellen Stationen innerhalb derselben Stadt“ zurückgeben. Unter den Ausnahmen wurde Köln nicht genannt, sondern nur metropolradruhr und VRN.

Da ich zum Bahnhof Süd wollte, nützte mir dies nichts. Also ließ ich den Öffnungscode verfallen und habe ihn gar nicht verwendet, sondern die Stadtbahn genommen. Trotzdem habe ich sicherheitshalber im Zug später nachgeschaut, und da stand das Rad als von mir ausgeliehen. Ein Anruf bei der sehr freundlichen Kundenhotline brachte aber Klarheit: Auch die Räder von Stationen dürfen frei im Kölner Geschäftsgebiet abgestellt werden; es gibt da keinen Unterschied. Der Satz in der App ist noch falsch und wird beim nächsten Update korrigiert. Die Ausleihe wurde storniert und damit mein Kundenkonto wieder auf 0,00 Euro gesetzt.

Und letztens stand ich am Zülpicher Platz vor 4 KVB-Rädern, die allesamt als verfügbar angezeigt wurden, sich dann aber doch nicht öffnen ließen. Weder mit Chipkarte noch über die App. Zum Glück kam gerade die Linie 9, und mit der komme ich auch ohne Extrakosten zum Neumarkt…

Wie man sieht, hat das NextBike-System in Köln noch so seine Tücken. Aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul. Insgesamt ist es konkurrenzlos günstig (für VRS-Abokunden auf kurzen Strecken) und die meisten Fahrten haben ja auch problemlos geklappt. Auch merkt man den Rädern noch an, dass sie neuer sind als die von der DB. Die KVB-Räder haben 3-Gang-Nabenschaltung. Lediglich der Gepäckträger am Lenker verträgt sich nicht so gut mit meiner relativ schweren Immerdabei-Tasche. Daher finde ich die klassische Anordnung des Gepäckträgers hinter dem Sattel (wie bei Call a Bike) besser.

Insgesamt ist das flexible Fahrradverleihsystem von beiden Anbietern aber eine schöne und sehr praktische Sache. Sowas würde ich mir auch für Bonn wünschen. Wie ich gelesen habe, planen Bonn und SWB da schon was. Allerdings mit Stationen. Immerhin – wenns mehrere sind, an denen man flexibel zurückgeben kann. Mal schauen, was draus wird.

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