Mit ‘Buch’ getaggte Beiträge

Gestern abend habe ich ihn zum ersten Mal gelöst – nach 30 Jahren! Jahrzehntelang lag er meist nur in der Würfelrestekiste – als unlösbares Einzelstück. Daneben der ebenfalls 1982 von mir gefertigte Pappwürfel mit der Schlangenlinie, wie sie im gelösten Zustand verlaufen soll.

Der Labyrinthwürfel galt damals, in den 1980ern, tatsächlich als ‚unlösbar‘, und ohne die Papphilfe dürfte es mich auch nach wie vor überfordern. Grund war m.E. damals hauptsächlich, dass mein damaliges Lösungssystem nicht streng nach Ebenen verlief, sondern etwas chaotisch aufgebaut war. Meine damaligen Bleistiftkritzeleien auf den Steinen habe ich gar nicht mehr beachtet, und sie sind auch keineswegs hilfreich gewesen. Es ist völlig egal, ob zwei gleich aussehende Steine vertauscht sind oder nicht. Es gibt nur wenige Parity-Fälle, die am Ende durch solche unsichtbaren Vertauschungen bzw. Verdrehungen auftreten können, und gegen diese gibt es leichte Abhilfe. Aber das wusste ich damals als würfelinfizierter Jugendlicher alles noch nicht.

Im Gegensatz zu manch einem LabyrinthCube, den man heutzutage fertig kaufen kann (z.B. bei Lightake), geht bei diesem Modell die ununterbrochene Linie nur ein Mal auf jede Seite. Dort durchläuft sie alle 9 Felder, bevor sie auf die nächste Seite übergeht. (mehr …)

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Zum Testen der kostenlosen Onleihe von eBooks meiner Stadtbibliothek habe ich mir das Buch von „Blacky“ Fuchsberger auf das Handy geladen und innerhalb einer Woche gelesen (so lange ist die Verleihfrist bei eBooks – da sollte man sich nichts Umfangreiches aussuchen…).

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ ist ganz nett zu lesen. Es ist allerdings keine tiefgründige Abhandlung über das Thema, und es ist auch keine Fuchsberger-Altersbiographie. Eher eine Erzählsammlung recht unzusammenhängender Episoden aus seinem Leben (mit unterschiedlichem Bezug zum Thema Altwerden) – garniert mit mancherlei Anmerkungen unterschiedlichster Qualität.

Also, nette Zwischendurchlektüre, und als solche durchaus unterhaltsam. Auch regt es zum einfühlsameren Umgang mit älteren Menschen an. An wenigen Stellen ist das Buch auch durchaus lehrreich. Man erfährt, wie man sich in Australien mit der unbefristeten deutschen Drivers License durchmogeln kann, und warum man ab einem gewissen Alter besser den Pilotenschein abgibt. Auch erfährt man Fuchsbergers Vorurteile gegen Männer mit langem Haar, was für ihn grundsätzlich gleichzusetzen mit „ungepflegt“ ist. Dass er nichts für den Rock and Roll übrig hat, verzeiht man ihm aber spätestens dann, wenn er auch über die Volksmusik ablästert.

Mindestens an zwei oder drei verschiedenen Stellen des Buches ärgert er sich darüber, dass man ’seinen‘ Spielfilm „Live is life“ vor der Ausstrahlung in „Die Spätzünder“ umbenannt hat. Dies verstärkt den Eindruck, nicht ein durchgehendes Buch zu lesen, sondern eine Kurzgeschichtensammlung. Natürlich ist der Titel „Die Spätzünder“ nicht auf das Leben der Altersheimbewohner bezogen, sondern darauf, dass sie erst im fortgeschrittenen Alter eine (kurzhaarige…) Rockband gründen, um sich gegen die Tyrannei der Heimleiterin aufzulehnen. Fuchsberger hat aber gar kein Interesse daran, an dem geänderten Titel etwas Gutes zu finden (oder zumindest mal sachlich die Argumente anzugehen, warum der Film umbenannt wurde). An solchen Stellen hat das Buch was Alterstarres, ein beleidigtes „Uns fragt mal wieder keiner“. Schade eigentlich.

Buchvorstellung und Leser-Rezensionen auf Amazon.de: Joachim Fuchsberger: Altwerden ist nichts für Feiglinge

Buchcover: Leibniz war kein ButterkeksGestern zu Ende gelesen (endlich – bei drei Büchern gleichzeitig dauert es manchmal etwas länger): Leibniz war kein Butterkeks von Michael Schmidt-Salomon und seiner Tochter Lea Salomon.

Von mir bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung für Menschen, die sich für einen Einstieg in die philosophischen Grundfragen unserer Existenz interessieren. Das Buch ist in Form von Vater-Tochter-Gesprächen geschrieben. Die Dialoge wirken manchmal etwas zu stark redigiert, aber insgesamt bereitet diese Form eine Menge Lesevergnügen und viele Aha-Momente, wie man die naturalistische Weltsicht einfach und Auf-den-Punkt erklären kann.

Natürlich bleibt es an manchen Stellen spürbar an der Oberfläche, aber es gibt auf der oben verlinkten Website zum Buch kapitelbezogene Empfehlungen für weitere Lektüre. Auch sonst ist die Website vorbildlich informativ. Man kann z.B. das Vorwort dort online lesen und erfährt so, wie die Idee zum Vater-Tochter-Buch entstanden ist.

Für Philosophie-Anfänger bekommt „Leibniz war kein Butterkeks“ daher eine klare Leseempfehlung. Und es gibt noch ein Argument für das Buch:

Michael Schmidt-Salomon und Lea SalomonKAUFEN, damit Lea von den Einnahmen ihr Studium besser finanzieren kann. 🙂

Das Buch gliedert sich in 3 Teile, die wie folgt überschrieben sind:

  1. Über das Leben, das Universum und den ganzen Rest
  2. Die Kunst des Lebens
  3. Der Traum von einer besseren Welt

Im ersten Teil geht es um die großen, grundlegenden Fragen: Gibt es einen Grund für unsere Existenz? Gibt es ein Leben nach dem Tod, und gibt es Gott? Bemerkenswert auch: „Warum macht Sex Spaß, Sterben aber nicht?“

Der zweite Teil befasst sich mit dem eigenen Leben: Was kann uns glücklich machen, sollten wir auf unsere Leistungen stolz sein, etc.

In Teil 3 streifen die beiden ethische Fragestellungen: Warum sind Menschen oft so grausam? Dürfen wir töten? Wie steht es um Toleranz und Akzeptanz anderer Meinungen. Die Überschrift des abschließenden Kapitels könnte auch aus einem Zeugen-Jehovas-Buch stammen: „Eine bessere Welt ist möglich …“. Es sei aber schon verraten, dass nur die Überschrift daran erinnert; die Aussagen des Kapitels unterscheiden sich zum Glück erheblich. 🙂

Bei Amazon findet man einige lesenswerte Rezensionen. Von mir bekäme das Buch 5 Sterne für Leser, die einen einfachen Einstieg in philosophische Fragestellungen  suchen, während vorgebildete Leser vermutlich einiges vermissen werden und wenig wirklich Neues erfahren, weshalb es im Hinblick auf diese Leserschaft „nur“ 4 Sterne gäbe.

Sicherlich ist „Leibniz war kein Butterkeks“ auch eine gute Geschenkidee, beispielsweise für junge Menschen, die man anregen möchte, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und ihre Weltsicht gegebenenfalls mal auf bröckelige Stellen abzuklopfen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln.

Die Wette

Veröffentlicht: 23. Mai 2011 in Bahn und Wahn
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Buchcover "Auf ganzer Linie" von Keith LoweBestimmt passend zur Kategorie „Bahn und Wahn“: Vor 10 Jahren habe ich mal den Versuch gestartet, ob man es schafft, das gesamte KVB-Bahnnetz an einem einzigen Tag abzufahren. Das Ergebnis war ein Artikel für meine damalige Homepage http://www.koelnbahn.de. Der Artikel „Die Wette“ ist nun wieder online:

Die Wette – www.rofrisch.de

Es ist schon erstaunlich, wie viel sich im KVB-Netz in diesen 10 Jahren geändert hat. Schon die erste Fahrt dieser Wette würde heute nicht mehr in Bocklemünd enden, sondern in Mengenich. Auch die 5 ist inzwischen verlängert. Die 6 nach Marienburg wurde hingegen stillgelegt – da hätte man ein paar Minuten gespart. Mit der 12 kann man auch nicht mehr am Neumarkt umsteigen. Ihr könnt gerne unten in den Kommentaren schreiben, welche Änderungen zu heute Euch aufgefallen sind – ist ja nicht alles so auffällig wie die genannten Beispiele. Viel Spaß beim Suchen.

Achja, falls wer das Buch gelesen hat, freue ich mich natürlich auch über Meinungen dazu. Ich werde es demnächst nochmal lesen – vermutlich jedoch offtrain.

Buchcover "Stollbergs Inferno" von Michael Schmidt-SalomonGerade ausgelesen: Stollbergs Inferno von Michael Schmidt-Salomon. Ein kurzweilig zu lesendes Buch, dessen Witz darin besteht, die Vorstellung einer christlichen (Vor-)Hölle quasi wörtlich zu nehmen. Stellenweise ziemlich derb, aber insgesamt doch unterhaltsam.

Wer das Buch aufschlägt, dem begegnet zunächst folgender Spruch: Das stärkste Argument gegen Gott – wäre der Beweis seiner Existenz. Und diese Aussage trifft den Kern dieses „philosophischen Groschenromans“, wie er auf der Rückseite genannt wird. Zur Verdeutlichung steht noch vor dem Roman ein Bibelzitat (Markus 9,42-48) das in warmen Worten das Höllenfeuer schildert.

Damit sind wir bei der Buchbeschreibung. Da es ein Paperback ist, steht der „Klappentext“ auf der Rückseite. Gibt’s dafür eigentlich einen korrekten Namen, außer vielleicht Rückseitenbuchbeschreibung? Wie auch immer, hier ist die Beschreibung des Inhalts:

Der Religionskritiker Jan Stollberg stirbt während einer Vorlesung und findet sich zu seinem maßlosen Erstaunen in der christlichen Vorhölle wieder. Wie er sind dort alle Philosophen gefangen, die aufklärerisches Gedankengut vertreten haben. Der unmittelbar bevorstehende Abtransport Feuerbachs zur „Himmlischen Rampe“ wird für die gepeinigten Gefangenen zum Anlass, die höllischen Zustände nicht länger nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Sie planen den Aufstand gegen die Diktatur Gottes…

Wer die Leserbewertungen auf Amazon durchliest, merkt schnell, dass dieses Buch polarisiert. Insgesamt überwiegen aber die positiven Kundenrezensionen. Wer sich nicht wirklich „einen rasanten Überblick über 500 Jahre Kulturgeschichte“ erhofft, und wer das katholische Weltbild durchaus mal in mittelalterlicher Auslegung überzeichnet wahrnehmen möchte, der wird an dem Buch seinen Spaß haben. Ich würde ihm 4 von 5 Sternen geben, aber ich bin ja nicht der Schöpfer des Weltalls…

Links zum Buch:

Und nun viel Spaß in der Vorhölle…

»Die Berechnung der ›Zeiten der Nationen‹ (Lukas 21:24), wonach diese 607 v.u.Z. begannen und nach 2520 Jahren Dauer im Jahr 1914 endeten, bildet eines der Hauptfundamente im Lehrgebäude der Wachtturm-Gesellschaft. Von dieser Berechnung hängt ihre zentrale Botschaft ab, Gottes Königreich sei 1914 im Himmel aufgerichtet worden und die parousia oder Gegenwart Christi habe in jenem Jahr begonnen.« Mit diesen Worten aus dem Vorwort des Buches »Die Zeiten der Nationen näher betrachtet« macht der Autor deutlich, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Jahr 607 vor Christus eine Kernlehre der Zeugen Jehovas berühren. Nach ihrem Verständnis wurde in jenem Jahr die Stadt Jerusalem von den Babyloniern zerstört. Beginnend mit diesem Ereignis zählen sie die »Heidenzeiten«. Zwar geben sie an einigen Stellen ihrer Publikationen zu, dass Wissenschaftler für die Zerstörung Jerusalems ein anderes Datum nennen, nämlich etwa 20 Jahre später, 587/586 vor unserer Zeitrechnung. Doch ist den meisten Zeugen Jehovas nicht bekannt, wie eindeutig die Befunde auf das spätere Jahr hinweisen und wie unhaltbar daher das von der Wachtturm-Gesellschaft vertretene Datum 607 v.u.Z. ist. Von den wissenschaftlichen Beweisen und Gegenargumenten handelt dieses Buch. Darüber hinaus zeigt es, dass das korrekte Datum der Zerstörung Jerusalems durchaus nicht in Widerspruch mit den Aussagen der Bibel steht.

Sieh den Tatsachen ins Auge

Face the facts!

Meine Buchbesprechung von 2009 kann auf rofrisch.de weitergelesen werden und hier in diesem Blog kommentiert werden.

Vielleicht findet sich ja sogar ein mutiger Zeuge Jehovas, der mal schreibt, wie er dieses geschichtliche Wissen mit dem Lehrgebäude vereinbart, das ihm die Wachtturm-Gesellschaft bezüglich 1914 vorschreibt.